Elektro-R.E.S. macht auch riesig Spaß

05.07.2019

Besuch beim 1. Elektro-R.E.S.-Wettbewerb der MFG Weilmünster und Gedanken zum Umstieg auf Elektroantrieb

© 05. Juli 2019 - Monika Schwartz, alle Rechte vorbehalten

Slite (vorne) und Fresh mit umgebauten Bremsklappen in der Elektro-Version.
Slite (vorne) und Fresh mit umgebauten Bremsklappen in der Elektro-Version.

Frank und ich haben viel Freude beim Fliegen mit den R.E.S. Modellen. Neben dem entspannten Fliegen enthält die Rückholung des Hochstartseiles auch einen sportlichen Aspekt, den ich gerne mitnehme. Frank benutzt zwei Slite von Seta-Tech, die er sich vor zwei Jahren gebaut hat, ich fliege einen Pures. Wir haben mit unseren aktuellen Modellen auch an lokalen Wettbewerben teilgenommen. Das Taktieren innerhalb der 9-Minuten-Rahmenzeit macht Laune. Zudem kann man ja noch mehrere Restarts nutzen, wenn das eigene Team schnell genug ist. Leider steht diese taktische Entscheidung bei eng begrenzten Geländen nicht immer in der Macht des Piloten, wenn nämlich sein Helfer die Hochstartleine im hohen Gras oder bei übereinanderliegenden Seilen erst finden und entwirren muss. Hier war deutlicher Frust bei den Betroffenen zu spüren.

So verfolgen wir schon seit einiger Zeit die Entwicklung der Elektro-R.E.S.-Wettbewerbe (diese sind wohl insbesondere in Österreich schon verbreiteter) und überlegen, ob dies eine Alternative sein könnte. Da wir beide in der glücklichen Lage sind, auch E-R.E.S.-Modelle zu besitzen, die bisher relativ wenig zum Einsatz kamen, nahmen wir die Einladung der Modellflugsportgruppe Weilmünster e.V. gerne wahr. Frank besitzt einen E-Rumpf zu seinem Slite, ich konnte den Fresh einpacken.

Wie wir vor Ort erfuhren, war der Wettbewerb in Weilmünster auch für den ausrichtenden Verein der erste dieser Art. Dies hat man in der Durchführung aber nicht gemerkt, alles lief gut organisiert und in ruhiger und freundlicher Atmosphäre ab.

Unser Fazit: E-R.E.S. macht uns im Gesamten genau so viel Spaß wie R.E.S. an der Leine. Der Hochstart in seiner minimalistischen Weise (= alle erreichen nur einen begrenzten Luftraum am Seil) fehlt. Dafür macht der E-Antrieb eine neue taktische Seite auf: Man kann den geeigneten Startpunkt des Segelfluges in einem deutlich erweiterten Umkreis suchen, auch im Rückraum. Das Taktieren am Start ist weiterhin gegeben und auch Restarts machen Sinn und werden genutzt. Noch ein entscheidender Vorteil ist, dass der eigene Helfer immer an der Seite des Piloten steht und Uhrzeit und Flugtaktik ausgetauscht werden können. Er steckt eben nicht im Abseits beim Seil holen und entwirren.

Weilmünster brachte uns auch ein Treffen mit Erich Töpfer, einem alten Wettbewerbskollegen von Frank, den er lange Jahre nicht gesehen hatte. Erich war in der Organisation der Flugveranstaltungen aktiv.

Mittelalterliches Städtchen Braunfels

Gewaltige Trutzburg Runkel

Ein Besuch in Weilmünster auf dem herrlichen Fluggelände der Modellflugsportgruppe Weilmünster e.V. empfiehlt sich nicht nur wegen des hoffentlich wieder stattfindenden Wettbewerbs sondern auch aus Sightseeing-Gründen. Das Lahntal hat viel zu bieten. Wir konnten in direkter Nähe eine schöne Radtour auf einem Teilstück des Lahntalradweges machen. Weilburg, Burg Runkel und das Städtchen Braunfels waren attraktive Ziele für Besichtigung und Bummeln. In Weilburg und Weilmünster finden sich auch Wohnmobilstellplätze, die ganz o.k. sind.

Wir freuen uns, wenn wir uns beim
nächsten E-R.E.S.-Wettbewerb treffen:
Am 24.08.2019 beim MBC Traunstein e.V.

Anregung zur technischen Ausstattung
Frank Schwartz

Richtig angefixt von diesem Wettbewerb, habe ich mich schon vor Ort unter den Piloten umgehört, was sie so fliegen. Etliche setzen - wie wir - den Hacker A10 mit Getriebe ein. Andere flogen erfolgreich mit dem Torcster-Motor im Direktantrieb. Er ist preiswert und hat den großen Vorteil, dass die Motorwelle 3,2 mm dick und damit recht robust ist. Das ist selten bei so kleinen 32-g-Motörchen mit 22 mm Durchmesser.

Diesen Motor Torcster Brushless Blue A2225/19-1350 gibt es
bei Fa. Natterer oder bei Fa. Zeller

Als Regler bietet sich an: Torcster Speedcontroller ECO BEC 12A V2.1
Probieren werde ich, den kleinen mit guten Daten: D-Power COMET Slim 15 A

Spinner/Luftschraubenmitnehmer (Größe je nach Modell)
Präzisions-Turbospinner aero-naut CoolNose 30/3.2mm
oder Reisenauer-System

Propeller Klappluftschraube aero-naut CAM Carbon 8x4
oder gar Klappluftschraube aero-naut CAM Carbon 9x5

LiPo-Akku Tattu 3s 450mAh 45 C - 42 g
oder mylipo 3s 350mAh 11,1V 35C/70C - 30 g

= Antrieb Komplett ab 96 g und ab 63,27 €

Modell-Bausätze, die bereits für E-Motor vorgesehen sind
X-R.E.S. Elektro (benötigt 2 Klappen-Servos)
TeRESa (benötigt 2 Klappen-Servos)
ImpRESsion - 149,90 €
Picares (nur mit Hackermotor)
Fresh
Unsere Empfehlung: Ein Modell mit Kreuzleitwerk für präzisere Landeanflüge und zwei getrennte Bremsklappen (eventuell umbauen!), damit das Leitwerk möglichst von den Verwirbelungen der Klappen verschont wird.

Servos
2x EMAX ES08A - 8,5 g
1x oder 2x EMAX ES9051 - 4,1 g
Folie 2,5 m Oralight

Wir verwenden in Slite und Fresh den identischen Antrieb:
Motor Hacker A10-7L + 4,4:1 Getriebe - 40 g
Klappluftschraube aero-naut CAM Carbon 13x8

Für bessere Kontrolle des Landeanfluges haben wir in beiden Modellen die zentrale Störklappe zugunsten zweier Klappen außen im Mittelflügel umgebaut. Das Mehrgewicht beträgt in beiden Fällen nur 14 g.

Links der Torcster-Motor mit der 8x4 für den Direktantrieb. Rechts der Hacker-Getriebe-Motor mit der 13x8. Dazwischen der D-Power-regler, der in unseren nächsten E-R.E.S.-Flieger kommt.

Vergleich dreier möglicher LiPos zum Einsatz im E-R.E.S.

Dein Kommentar? Anmerkungen? Fragen? ... Hier geht es zum Kontaktformular ...